Schuetzenmeister_trotzt_Rauchverbot

Schützenmeister trotzt Rauchverbot - Jetzt droht Knast

Albert Hildebrand wurde ein Bußgeld auferlegt, weil er das Rauchverbot im Vereinsheim nicht durchsetzte. Die Strafe möchte der Schützenmeister partout nicht bezahlen, deswegen wird heute vor dem Amtsgericht Regensburg verhandelt. Er selbst ist überzeugter Nichtraucher.
In vielen Vereinen wird das Gesetz zum Schutz der Gesundheit und damit das Rauchverbot durch die Einrichtung von geschlossenen Gesellschaften geschickt umgangen. Dem Schützenmeister der Regensburger "Feuerschützen" steht diese Methode allerdings nicht zur Verfügung, da in Sportstätten im Gegensatz zu Vereinsheimen ein generelles, unumstößliches Rauchverbot herrscht.
Hildebrand fühlt sich durch diese Sonderregelung ungerecht behandelt und weigert sich vehement das Bußgeld von 150 Euro zu bezahlen. Selbst nachdem das Amtsgericht die Strafe auf 50 Euro herabgesetzt hat möchte er der Forderung nicht nachkommen. "Ich zahle überhaupt nichts und gehe notfalls in den Knast" lautet die deutliche Aussage.
Der Beschuldigte sieht durch das Rauchverbot die Geselligkeit im Verein gefährdet und konnte sogar immer geringere Beteiligung am Training der Schützen seit der Neuregelung verzeichnen.
Die Lösung des schwierigen Problems könnte nun in einer simplen Umbelegung der Räume im Köferinger Gemeindezentrum gefunden werden. Sobald man nämlich den Tresor mit den Schusswaffen vom Aufenthaltsraum an eine andere Stelle verlegt, wäre das Zimmer effektiv keine Sportstätte mehr und könnte eventuell als "Clubraum" deklariert werden. Somit stünde der Ansiedlung einer geschlossenen Raucher-Gesellschaft nichts mehr im Weg.
Eine Entscheidung in diesem prekären Rechtsstreit soll nun heute Nachmittag fallen, wenn der Einspruch von Hildebrand vor dem Amtsgericht Regensburg verhandelt wird. Man wird sehen, ob die "Feuerschützen" endlich auch rechtmäßig ein Raucherclub werden können.

Schuetzenhilfe_vor_Amtsgericht_verpufft

Schützenhilfe vor Amtsgericht verpufft
Rauchverbot im Vereinsheim missachtet: Schützenmeister verliert Prozess - 150 Euro Bußgeld Regensburg. Schützen lassen es gerne mal krachen. Sie scheuen weder Pulverdampf noch Zigarettenqualm. Dennoch löste sich der Einspruch des Schützenmeisters Albert Hildebrand (58) aus Köfering bei Regensburg am Dienstag vor dem Amtsgericht in Rauch auf. Er muss das gegen ihn erlassene Bußgeld von 150 Euro zahlen - und wird Rechtsbeschwerde einlegen.
Sie ließen ihren Schützenmeister nicht allein: Eine ganze Reihe von Mitgliedern der Regensburger Feuerschützen versammelte sich vor dem Amtsgericht, um ihren Unmut über den Bußgeld-Bescheid kundzutun. Bild: Klewitz Beinahe wäre es zum Eklat gekommen, als Richter Jürgen Kastenmeier die Schützenschwestern und -brüder von den Feuerschützen Regensburg e.V., die zur Unterstützung ihres Vorsitzenden erschienen waren und im Gedränge nur noch einen Stehplatz ergattern konnten, hinauswies: "Wer keinen Sitzplatz hat, verlässt den Sitzungssaal. Wir sind hier kein Stehcafé", verkündete er - was die so Vertriebenen mit lautstarkem Protest quittierten. "Affenzirkus!", rief einer. Und Kastenmeier rief nach dem Wachtmeister. Anzeige von Mitglied
Das Rauchverbot, das seit seinem Erlass die bayerische Volksseele immer wieder mal zum Kochen bringt, hatte Albert Hildebrand in einem der Kellerräume, in denen die Feuerschützen trainieren, schlicht ignoriert. Hildebrand, Gründungsmitglied der Feuerschützen, seit 22 Jahren deren Schützenmeister und seit elf Jahren Nichtraucher, sieht die Geselligkeit gefährdet, prophezeit ein Vereinssterben und kann nicht nachvollziehen, warum ein Vereinsvorstand als staatliches Überwachungsorgan fungieren soll.
Er ist, das tat er vor Gericht mehrfach kund, absolut für den Nichtraucherschutz, aber auch gegen ungerechtfertigte Bevormundung. Seit zehn Jahren gibt es auf seine Anregung hin bei seinem Verein Nichtrauchertage während der wöchentlichen Trainingszeiten. Am 13. März dieses Jahres freilich, der nicht zu den Nichtrauchertagen zählte, wurde von mehreren Personen mehrfach geraucht - in einem von zwei Aufenthaltsräumen, in dem auch der Tresor mit den Vereinswaffen steht. Der andere Aufenthaltsraum und die Schießbahnen sind rauchfrei. Von den 193 Vereinsmitgliedern war nur eines mit der Qualmerei nicht einverstanden und hatte Hildebrand bei der Gemeinde Köfering diesbezüglich namhaft gemacht. Die verwies den Schützenmeister auf das Gesetz zum Schutz der Gesundheit und meldete ihn, als er weiter rauchen ließ, dem Landratsamt Regensburg. Das verhängte 150 Euro Bußgeld, und gegen diesen Bescheid klagte Hildebrand nun vor Gericht. Sportstätten ausgenommen
Zwar herrscht seit dem Bescheid bei seinen Schützen mittlerweile absolutes Rauchverbot. Und schon seit dem besagten 13. März hängen am Aufenthaltsraum Schilder: "Achtung! Geschlossene Gesellschaft! Hier wird geraucht. Wenn Sie sich nicht dem möglicherweise tödlichen Zigarettenrauch aussetzen wollen, besuchen Sie uns an unseren Nichtrauchertagen."
Aber laut Gesetz sind Sportstätten von den Ausnahmen ausgenommen, die es bei anderen Vereinen und in Gaststätten gibt. Eben darin sieht Hildebrand - ebenso wie bei VIP-Logen, in denen auch geraucht werden darf - eine Ungleichbehandlung, die dem Grundgesetz widerspreche. Im Übrigen sei weder definiert, wer eine "very important person" (VIP) sei - "da gibt es im Internet 408 Millionen Einträge" - noch was man unter einer geschlossenen Gesellschaft zu verstehen habe. Trotzdem: Der Richter konnte nichts anderes als einen Verstoß gegen das Gesetz sehen, verurteilte Hildebrand zu den 150 Euro und räumte Rechtsbeschwerde ein.
Die will der 58-jährige Diplomkaufmann und Vater dreier Kinder denn auch einlegen und den Weg bis zum Bundesverfassungsgericht gehen. "Ich sehe mich zu 100 Prozent als unschuldig."

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Schütze muss Bußgeld zahlen
Am Schützenstand wurde geraucht – das Amtsgericht sieht darin einen Verstoß gegen das Gesetz zum Schutz der Gesundheit. Regensburg/Köfering. Von Karl-Heinz Weigel, MZ
Es bleibt dabei: Schützenmeister Albert Hildebrand (58) aus Köfering (Lkr. Regensburg) muss 150 Euro Bußgeld überweisen. Der Strafrichter beim Amtsgericht Regensburg verurteilte gestern den Chef der „Feuerschützen Regensburg“. Er hatte zugelassen, dass im Keller bzw. Aufenthaltsraum des Schießstands im Köferinger Gemeindezentrum, wo die Schützenbrüder üben, am 13. März 2008 über Stunden geraucht worden war – obwohl laut Gesetz zum Schutz der Gesundheit (GSG) in Sportstätten jegliches Rauchen verboten ist.
Das Landratsamt Regensburg hatte Hildebrandt einen Bußgeldbescheid über 150 Euro geschickt; der Schützenmeister legte Widerspruch ein – der wurde öffentlich verhandelt. Der Richter sprach von einem „Verstoß nicht ohne Gewicht“. Hildebrand habe das GSG gekannt, sei aber nicht eingeschritten. Der Richter sprach von einem Feldzug für das Rauchen, eine Rechtsbeschwerde gegen das Urteil sei möglich.
Die wird mit Sicherheit kommen. Nach der Verhandlung mit vielen Zuhörern und Demo vor der Justiz kündigte Nichtraucher Hildebrand an, er werde notfalls bis vor das Bundesverfassungsgericht ziehen. Er sei für Nichtraucherschutz – aber auch für Toleranz, Freiheit, Gleichbehandlung und gegen staatliche Bevormundung. Bienenzüchter etwa könnten sich zur geschlossenen Gesellschaft erklären und dann rauchen, Schützen nicht.
Hildebrands Standpunkt: Er hält das GSG für unsinnig, will nicht „Aufpasser“ für den Staat spielen, nicht bevormunden, ja, er befürchtet „schleichendes Vereinssterben“. Seine Idee war es, den ständig mit Frischluft versorgten Aufenthaltsraum zum „VIP“-Raum zu deklarieren, in dem geraucht werden darf. Das Landratsamt lehnte die Idee ab, Grund: Im Raum lagern Pistolen im Tresor. Albert Hildebrand, beharrlich von Natur aus, lässt nicht locker. Seine neueste Idee: „Wir gründen einen Raucherklub namens „smoke-and-gun-club Regensburg.“

Meister_geht_notfalls_bis_nach_Karlsruhe

Meister der „Feuerschützen“ geht notfalls bis nach Karlsruhe
Diplomkaufmann Albert Hildebrand (58) wartet ab, ob sich Ministerpräsident Horst Seehofer an sein Versprechen in Sachen Lockerung des Nichtraucherschutzgesetzes hält. Seehofer hatte laut angekündigt: Überall dort, wo Menschen ihre Freizeit verbringen, sollen sie selbst entscheiden, ob es ein Rauchverbot geben darf oder nicht. Wenn das Gesetz zum Schutz der Gesundheit (GSG) nicht liberalisiert wird, „ziehe ich vor das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe“, kündigte der Schützenmeister von „Feuerschützen Regensburg“ beim Besuch in der MZ-Redaktion an. „Ich habe den Rechtsweg ausgeschöpft. Das kostet mich in Karlsruhe zunächst nichts. Falls es aber zur mündlichen Verhandlung kommt, brauche ich einen Anwalt – der will natürlich Honorar.“ Hildebrand ist Bayern als „Raucher-Rebell“ bekannt. Als er seinen Kampf gegen das Gesetz begann und wegen des Bußgeldbescheids (150 Euro) vor Gericht verlor, wurde er ein Medienstar. „Ich bekam E-Mails und Anrufe aus ganz Deutschland, aus Österreich, gar aus Malta und Neuseeland“, erinnert sich der Hüne. Das Landratsamt hatte Hildebrand das Bußgeld über 150 Euro verpasst, weil er das strikte Rauchverbot in Sportstätten nicht im Keller des Gemeindezentrums Köfering exekutiert hatte und exekutieren will – hier trainieren die Vereinsmitglieder. Laut Gesetz können sich Vereine zu geschlossenen Gesellschaften deklarieren, dann darf geraucht werden. In Sportstätten aber gilt das nicht! Raucherbereiche sind hier verboten. Das ist laut Hildebrand nicht fair. Er hält das Gesetz für unsinnig. Nach dem Urteil des Amtsgerichts wollte der überzeugte Nichtraucher Hildebrand beim OLG Bamberg klagen. Der 2. Senat für Bußgeldsachen ließ die Klage aber nicht zu. Erklärung: Wir nehmen eine Beschwerde erst dann an, wenn das Bußgeld mindestens 250 Euro beträgt.